Tiefenpsychologisch fundierte und psychodynamische Psychotherapie

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie gehört zu den psychodynamischen und psychoanalytisch begründeten Therapieverfahren. Sie geht davon aus, dass unser gegenwärtiges Erleben und Verhalten nicht nur durch bewusste Entscheidungen bestimmt wird. Auch frühere Erfahrungen, unbewusste Gefühle, innere Konflikte und Erwartungen an Beziehungen beeinflussen, wie wir uns selbst und anderen Menschen begegnen.

Innere Konflikte

Wir alle stehen im Laufe unseres Lebens vor der Aufgabe, unterschiedliche und manchmal gegensätzliche Bedürfnisse miteinander zu vereinbaren.

So kann auf der einen Seite die Sehnsucht bestehen, sich in einer Beziehung verstanden, verbunden und sicher zu fühlen. Gleichzeitig gibt es möglicherweise ein ebenso starkes Bedürfnis nach Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und persönlicher Freiheit.

Wenn solche Bedürfnisse miteinander in Konflikt geraten, kann es schwerfallen, eine stimmige Form des Umgangs damit zu finden. Diese inneren Spannungen beeinflussen häufig, wie wir Beziehungen gestalten, was wir von anderen erwarten und welche Beziehungsangebote wir selbst – meist ohne es bewusst zu bemerken – aussenden.

Die Bedeutung der Lebensgeschichte

Unsere gegenwärtige Art, uns selbst und andere zu erleben, ist eng mit unserer persönlichen Lebensgeschichte verbunden. Besonders frühe Erfahrungen von Nähe, Sicherheit, Abhängigkeit, Anerkennung, Zurückweisung oder Konflikt können prägen, wie wir später Beziehungen gestalten.

Die Erfahrungen unserer Vergangenheit können wir nicht ungeschehen machen. In einer Psychotherapie kann es jedoch gelingen, die eigene Lebensgeschichte aus einer heutigen Perspektive neu zu verstehen und emotional begreifbarer werden zu lassen.

Dabei wird gemeinsam untersucht, wie sich das „Dort und Damals“ im gegenwärtigen „Hier und Jetzt“ auswirkt.

Psychische Beschwerden verstehen

Psychische oder körperliche Beschwerden werden nicht nur als etwas betrachtet, das möglichst rasch beseitigt werden soll. Sie können auch Hinweise enthalten auf:

  • innere Belastungen und Konflikte,
  • wiederkehrende Beziehungserfahrungen,
  • schwer zugängliche Gefühle und Bedürfnisse,
  • oder bisher notwendige Formen des Selbstschutzes.

 

Was heute Leiden verursacht, kann früher eine wichtige Funktion gehabt haben. Gemeinsam versuchen wir deshalb zu verstehen, welche Bedeutung die Beschwerden im Leben eines Menschen entwickelt haben und welche Veränderungen heute möglich werden können.

Verstehen bedeutet dabei nicht, Beschwerden lediglich hinzunehmen. Es kann vielmehr die Voraussetzung dafür sein, dass bisherige Muster nicht mehr zwangsläufig wiederholt werden müssen.

Veränderung im Hier und Jetzt

Ein wesentlicher Teil der therapeutischen Arbeit findet in Beziehung statt.

Wiederkehrende Erwartungen und Beziehungsmuster können auch im therapeutischen Kontakt sichtbar und unmittelbar erfahrbar werden. In einem ausreichend sicheren und respektvollen Rahmen können sie gemeinsam wahrgenommen, verstanden und allmählich verändert werden.

Dadurch kann ein differenzierteres Verständnis für die eigene Person entstehen. Gefühle, Bedürfnisse und innere Konflikte werden besser wahrnehmbar, bisher wenig zugängliche Ressourcen können wieder verfügbar werden und neue Möglichkeiten im Umgang mit sich selbst und anderen entstehen.

In meiner Praxis bildet dieses psychodynamische Verständnis die Grundlage der tiefenpsychologisch fundierten Gruppenpsychotherapie. Dort können persönliche Themen und Beziehungserfahrungen nicht nur besprochen, sondern auch im Kontakt mit anderen Menschen erlebt, gemeinsam verstanden und weiterentwickelt werden.