Burnout und chronische Überlastung

Wenn dauerhafte Anforderungen die eigenen Kräfte übersteigen

Der Begriff Burnout wird im Alltag häufig verwendet, wenn Menschen sich dauerhaft erschöpft, überfordert und „ausgebrannt“ fühlen.

Burnout ist jedoch keine eigenständige psychische Erkrankung und nicht einfach eine andere Bezeichnung für eine Depression. Im engeren Sinne beschreibt der Begriff die Folgen von chronischem Stress im Arbeitsleben, der über längere Zeit nicht ausreichend bewältigt werden konnte. Kennzeichnend sind Erschöpfung, eine zunehmende innere Distanz oder negative Haltung gegenüber der Arbeit sowie das Gefühl nachlassender beruflicher Wirksamkeit.

Weitere Beschwerden können hinzukommen, beispielsweise:

  • Konzentrations- und Schlafprobleme,
  • Gereiztheit und innere Unruhe,
  • der Verlust von Motivation und beruflicher Zufriedenheit,
  • das Gefühl, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein,
  • körperliche Anspannung und anhaltende Erschöpfung.

 

Zu einer solchen Entwicklung können belastende äußere Bedingungen beitragen: dauerhafte Über- oder Unterforderung, hoher Zeit- und Leistungsdruck, fehlende Handlungsspielräume, mangelnde Anerkennung, unklare Zuständigkeiten oder anhaltende Konflikte am Arbeitsplatz.

Gleichzeitig kann es wichtig sein, die persönliche Seite der Überlastung zu verstehen. Manche Menschen haben große Schwierigkeiten, eigene Grenzen wahrzunehmen, Erwartungen zu enttäuschen, Verantwortung abzugeben oder um Unterstützung zu bitten. Andere erleben ihren Selbstwert besonders stark über Leistung, Verlässlichkeit oder die Fürsorge für andere.

Die Verantwortung für eine Überlastung darf dabei nicht vorschnell allein dem betroffenen Menschen zugeschrieben werden. Häufig wirken persönliche Muster und tatsächlich belastende äußere Bedingungen zusammen.

Wie kann Gruppenpsychotherapie bei Erschöpfung und Burnout helfen?

In der Gruppe kann gemeinsam untersucht werden, wie ein Mensch mit Leistung, Verantwortung, Anerkennung und eigenen Grenzen umgeht.

Dabei können Fragen bedeutsam werden wie:

  • Wann erlaube ich mir, erschöpft oder auf Hilfe angewiesen zu sein?
  • Kann ich Grenzen setzen, ohne mich schuldig zu fühlen?
  • Was befürchte ich, wenn ich Erwartungen nicht erfülle?
  • Wie stark hängt mein Selbstwert davon ab, leistungsfähig oder für andere unentbehrlich zu sein?
  • Kann ich Aufgaben und Verantwortung abgeben?
  • Wie reagiere ich auf Kritik, Enttäuschung oder das Gefühl, nicht zu genügen?
  • Welche äußeren Bedingungen sind tatsächlich nicht mehr tragbar?

 

Die Gruppe kann neue Erfahrungen ermöglichen: Unterstützung anzunehmen, ohne sich als schwach zu erleben, eigene Grenzen auszusprechen, Verantwortung zu teilen und Wertschätzung nicht ausschließlich über Leistung zu erfahren.

Da Erschöpfung, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und Antriebsmangel auch im Rahmen einer Depression oder einer körperlichen Erkrankung auftreten können, ist eine sorgfältige diagnostische und gegebenenfalls ärztliche Abklärung wichtig.

Ob eine Gruppenpsychotherapie für Ihre persönliche Situation geeignet ist, klären wir gemeinsam in den vorbereitenden Gesprächen.

Hilfe in akuten psychischen Krisen

Psychische Beschwerden können sich so verstärken, dass rasche und unmittelbare Unterstützung erforderlich ist.

Wenn Sie befürchten, sich selbst oder andere unmittelbar zu gefährden, wählen Sie bitte den Notruf 112. Sie können sich auch direkt an eine psychiatrische Notaufnahme wenden.

In einer akuten seelischen Krise erreichen Sie die Krisendienste Bayern kostenfrei und rund um die Uhr unter 0800 655 3000. Dort erhalten Betroffene, Angehörige und mitbetroffene Personen Beratung und Unterstützung; bei Bedarf kann auch weiterführende ambulante, mobile oder stationäre Hilfe vermittelt werden.

Vertrauliche, anonyme und kostenlose Unterstützung bietet Tag und Nacht auch die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111.

In einer akuten Gefährdungssituation ist unmittelbare Hilfe erforderlich. Eine Nachricht oder die reguläre Kontaktaufnahme mit meiner Praxis ist hierfür nicht ausreichend.